Be Part
be part
Lebensmodelle geben sich in gegenwärtigen westlichen Gesellschaften offen und
vielfältig, heterogene Konzepte bieten sich als frei wählbar an. Auch ein
Vergesellschaftungsprozess, der aus Individuen Gesellschaftsmitglieder macht, vollzieht
sich heute nicht mehr ausschließlich innerhalb der engen Grenzen von Klasse, Ethnie und
Geschlecht. Max Weber erachtete eine Vergemeinschaftung noch als Gegensatz zur
Vergesellschaftung, während Georg Simmel selbst die Geselligkeit als Spielform dieser
definierte. Durch neue Medientechnologien haben sich soziale Verbindungen und
Kollektivbildungen jedoch radikal verändert.
Onlinecommunities werden als Sonderform der Gemeinschaft definiert; ihre jeweiligen
Funktionen sind auf die Bedürfnisse und Interessen der Benutzer/-innen abgestimmt und
die meisten sind demokratisch organisiert, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht auch
"Unzulässiges" oder "Unrechtmäßiges" definieren und ausschließen würden.
Wie verhalten sich gegenwärtig Integration und Separation zueinander?
Die neuen Netzwerke wie z.B. Facebook ermöglichen es mit Freunden zu plaudern, Bilder
zu zeigen und sich als Teil einer Bewegung zu fühlen. Der Provider versteht sich als
sozialer Dienstleister, die Teilnahme ist bei den meisten gratis, die Kommunikation effizient
und eine dauerhafte Publikation des eigenen Lebens scheint unbedenklich, ebenso die
dauerhafte Beobachtung und Kontrolle, da man sich ja gegenseitig observiert. Da stete
Zuwachsraten auch Unübersichtlichkeit und Ballast generieren, ist mit "Ning" eine Art
Baukastenlösung kreiert worden, die es erlaubt, spezifische Netzwerke online abzubilden.
Wie unterscheiden sich Communitys von Kommunen? Spiegeln sich die Tendenzen der
virtuellen Netzwerkbildungen auch gesellschaftlich wieder, wenn ja wie? Transformieren
die Ning-basierten Netzwerke die Vereine, Neigungsgruppen und Hilfswerke des
vergangenen Jahrhunderts ins 3. Jahrtausend?
Wie manifestieren sich dann Integration und Integrität in der physikalischen Realität bzw.
in welchem Mass transformieren sich virtuell konditionierte Verhaltensmuster in den
Lebensalltag (Bsp. expanded reality im Game Bereich)?
Vor allem avancierte Medientechnologien und die Möglichkeiten zunehmender Vernetzung brachten auch eine Öffnung kultureller vormals recht hermetischer Zirkel und Domänen. Aber sie produzierten auch Mängel, wie im verheissungsvollen Kult des Individualismus durch ein Web 2.0 Posing nachzuzeichnen ist. Eine solcherart gestaltete Imagepolitik leidet zunehmend an Effizienz, einerseits durch Akkumulation und andererseits auf Grund verkürzter Haltbarkeitszyklen. Kontinuität tritt in den Hintergrund und die exhibitionistischen Gemeinplätze erweisen sich bisweilen als populistisches Missverständnis.
Mögliche Ansätze und Fragestellungen
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