be part

basics festival 2010/ be part

Partizipation wird aktuell von mehreren Seiten als eine der wichtigsten gesellschaftlichen Tendenzen beschrieben. Was veranlasst uns, was lässt uns wie und woran teilnehmen, und was bedingt Zugehörigkeit? Durch neue Medientechnologien haben sich soziale Verbindungen und Kollektivbildungen radikal verändert. Worin unterscheiden sich nun Communities von Kommunen? Spiegeln sich die Tendenzen der virtuellen Netzwerkbildungen auch gesellschaftlich wider, wenn ja wie? Transformieren die Ning-basierten Netzwerke die Vereine, Neigungsgruppen und Hilfswerke des vergangenen Jahrhunderts in ein 3. Jahrtausend?

Die medientechnologischen Vernetzungspotentiale zeitigten zwar eine Öffnung kultureller vormals recht hermetischer Zirkel und Domänen. Aber sie produzierten auch Mängel, wie im verheissungsvollen Kult des Individualismus durch ein Web 2.0 Posing nachzuzeichnen ist. Doch weder bestimmt eine Technologie oder ein Medium kausal das soziale Gefüge, noch lassen sich gesellschaftliche Verhältnisse aus diesen ableiten, vielmehr sind es die Kommunikationsrituale, die eine Gemeinschaft stiften. Was aber sind die Machteffekte, die jeder Gemeinschaft eignen? Geht das sichtbare Begehren nach Zugehörigkeit mit dem Effekt des Ausschlusses einher und fordert jede Community in ihrem Kern Anpassung und Normierung? Erfordert also eine Abgrenzung nach außen eine Homogenisierung nach innen? Sind Gemeinschaften und Communities Effekte der Fragmentierung der Gesellschaft? Welche Bedeutungen kommen Gemeinschaften zu und welche politisch brisanten Effekte bergen diese?